Erläuterungen zu „Der verliebte

Gobelin“ („Omphale“)

 

Feuertopf: voluminöses Gefäß, meist aus Ton oder Keramik, zur Aufnahme von Raketen, Böllern und Leuchtkugeln; seit dem Spätbarock fester Bestandteil der Feuerwerkskunst.

Rocaille: abgerundetes Muscheldekor, gab dem Rokoko seinen Namen.

Regence: kunsthandwerkliche Stilepoche zwischen Barock und Rokoko, benannt nach der Zeit der Regentschaft (régence) Philipps von Orléans (1715–1723).

Omphale: der Sage nach lydische Königin, bei der Herkules drei Jahre lang Sklavendienste zu verrichten hatte.

Van Loo: Carle Vanloo (1705–1765), französischer Maler.

Pompadour: Madame de Pompadour, Mätresse Ludwigs XV., nach dem berühmten Bild François Bouchers (1703–1770) Synonym für die Rokoko-Malerei schlechthin.

Löwenfell des Nemeus: Der „nemeus leo“ war der Sage nach ein gewaltiger Löwe. Unverletzlich, hielt das Ungeheuer die Bevölkerung der antiken griechischen Stadt Nemea in Angst und Schrecken. Die erste Aufgabe des Herakles (Herkules) war es, diesen Löwen zu töten.

Kothurn: antiker, hoher und vorn verschnürter Schuh der griechischen Tragödie; in der Neuzeit, an die Antike angelehnt, (Theater-)Schuh mit dicken Sohlen.

Assassin: Schönheitspflästerchen

Zétulbe: weibliche Hauptrolle aus der zu Gautiers Zeit populären, einaktigen Opéra comique „Le calife de Bagdad“ des französischen Komponisten Adrien Boieldieu (1775–1834).

Salency: Seit dem 5. Jahrhundert wurde in Salency (Oise) bei einem jährlichen Fest das tugendhafteste Mädchen des Ortes mit Rosen bekränzt.

Florian: Jean-Pierre Claris de Florian, französischer Schriftsteller (1755–1794), Verfasser vieler Fabeln, in Frankreich berühmt durch das geflügelte Wort „On perd ce que l‘ on tient quand on veut gagner tout (man verliert, was man hat, wenn man alles gewinnen will)“ aus „Le chat et les rats“.

Madame Deshoulières: französische Schriftstellerin (1638–1694); „Herde“ ist eine Anspielung auf die „Schäfchen“-Idyllen, die der „Nouveau Mercure Galant“ 1677 veröffentlichte und die die aufkeimende Aufklärung konterkarierten.

Pater Jouvency: Joseph de Jouvency (1643–1719), Historiker und Schriftsteller, der die Antike idealisierte.

Berquin: Arnaud Berquin, französischer Schriftsteller (1750–1791), Verfasser von Idyllen, Elegien, Romanzen und naiv-optimistischen Kinderbüchern („L‘ ami des enfants et de l‘ adolescence“, 1785); nach ihm wurden in Frankreich fade Kinderbücher „berquinades“ genannt.

Gessner: Salomon Geßner, Schweizer Schriftsteller (1730–1788), zu seiner Zeit berühmt für seine antikisierenden Idyllen in rhythmischer Prosa („Idyllen“, 1756, „Neue Idyllen“, 1772) und empfindsam-graziöse Schäferdichtung.

Sancta simplicitas: Heilige Einfalt!

Cherubin: Anspielung auf Beaumarchais‘ „Die Hochzeit des Figaro“; der in alle Frauen verliebte Page Cherubin nennt die Gräfin Almaviva an einer Stelle seine „schöne Patin“.

Beauvais: Stadt im Norden Frankreichs, Hauptstadt des Departements Oise; nach der Gründung der berühmten Colbert’schen Gobelin-Fabrik 1664 Synonym für Gobelins wie Meißen oder Sèvres für Porzellan.