Erläuterungen zu „Der doppelte Ritter“

 

Willis: der Sage nach Geister junger Mädchen. „Die Willis sind junge Bräute, die vor dem Hochzeittage gestorben sind, aber die unbefriedigte Tanzlust so gewaltig im Herzen bewahrt haben, daß sie nächtlich aus ihren Gräbern hervorsteigen, sich scharenweis an den Landstraßen versammeln und sich dort, während der Mitternachtsstunde, den wildesten Tänzen überlassen. Geschmückt mit ihren Hochzeitkleidern, Blumenkränze auf den Häuptern, funkelnde Ringe an den bleichen Händen, schauerlich lachend, unwiderstehlich schön, tanzen die Willis im Mondschein, und sie tanzen immer um so tobsüchtiger und ungestümer, je mehr sie fühlen, daß die vergönnte Tanzstunde zu Ende rinnt und sie wieder hinabsteigen müssen in die Eiskälte des Grabes“. (Heinrich Heine, „Florentinische Nächte“)

Meistersinger: Im 13. und 14. Jahrhundert bezeichneten sich fahrende Dichtersänger als „Meister“. Aus ihnen gingen später die städtischen „Meistersinger“, in der Regel Handwerker, hervor, die eigene Singschulen gründeten. Der „Sänger“ oder „Dichter“ verfaßte eigene Texte auf bestehende Melodien, als „Meister“ galt der Schöpfer einer neuen Melodie. Vgl. Wagner, „Die M. von Nürnberg“.

Jett: politurfähige, schwarze Braunkohle, auch Pechkohle genannt.

kabbalistische Zeichen: Die Kabbala ist ursprünglich die Lehre der jüdischen Mystik, metaphorisch benutzt für Geheimlehren generell.

Asphodelos: langstieliges Liliengewächs, im Mittelmeerraum beheimatet.